Schadensersatz bei Ausfall der Reise wegen geschlossenem Hotel aufgrund der Corona-Pandemie

Autor: Rechtsanwalt Daniel Neubauer ‚Äď verfasst am 25. April 2021
Kategorie: Reiserecht

Die Schlie√üung eines gebuchten Hotels, die augenscheinlich auf wirtschaftlichen Erw√§gungen beruht, rechtfertigt auch w√§hrend der Corona-Pandemie einen Anspruch des Reisenden auf Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit, wenn weder zum Zeitpunkt der geplanten Reise ein Einreiseverbot f√ľr Touristen vorlag, noch sonstige Umst√§nde gegeben sind, welche die Schlie√üung des Hotels erforderlich gemacht h√§tten.

Dies hat das Amtsgericht D√ľsseldorf in seinem Urteil vom 07.04.2021 (Az.: 25 C 1/21) entschieden und unserer Mandantin einen Schadensersatz in H√∂he des h√§lftigen Reisepreises zugesprochen. Der Reiseveranstalter hat die Entscheidung akzeptiert, so dass das Urteil rechtskr√§ftig ist.

Die Kl√§gerin buchte eine Pauschalreise nach Kos / Griechenland, die Ende Oktober 2020 durchgef√ľhrt werden sollte. Zweieinhalb Monate vor Reisebeginn teilte der Veranstalter der Kl√§gerin mit, dass das Hotel wegen der Corona-Pandemie in der Saison 2020 nicht mehr √∂ffnen w√ľrde. Eine Alternative der Kl√§gerin jedoch nicht angeboten, obwohl sie den Veranstalter ausdr√ľcklich um Benennung einer Ersatzunterkunft bat. Da der Reiseveranstalter unt√§tig blieb, k√ľndigte die Kl√§gerin schlie√ülich den Reisevertrag und machte in der Folge mit unserer Hilfe Schadensersatzanspr√ľche geltend.

Im gerichtlichen Verfahren argumentierte der Veranstalter, dass er wegen der Corona-Pandemie zun√§chst abwarten wollte, da unklar gewesen sei, ob und welche Hotels im Reisezeitraum √ľberhaupt ge√∂ffnet h√§tten. Dies lie√ü das Amtsgericht jedoch nicht durchgreifen.

Das Gericht wies hierbei darauf hin, dass der Veranstalter trotz Aufforderung der Kl√§gerin nach Benennung einer Ersatzunterkunft √ľber einem Zeitraum von mehr als zwei Monaten unt√§tig geblieben sei. Unabh√§ngig davon w√§re die Reisende ohnehin nicht verpflichtet gewesen, ein Alternativhotel zu akzeptieren, da sich die Leistungspflicht des Reiseveranstalters auf die gebuchte Unterkunft konkretisiert habe.

Im Ergebnis sprach das Amtsgericht der Klägerin einen Schadensersatz wegen Ausfalls der Reise in Höhe des hälftigen Reisepreises zu.

Amtsgericht D√ľsseldorf, Urteil vom 07.04.2021 (Az.: 25 C 1/21)